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Schools of Sustainability: Beteiligte Personen
Schulportrait
Die Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule liegt im Berliner Stadtteil Westend und zeichnet sich durch ihr engagiertes pädagogisches Konzept und ein starkes Gemeinschaftsgefühl aus. Die Schule ist nach dem berühmten Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer benannt und trägt dessen Werte von Verantwortungsbewusstsein und Nächstenliebe in ihre Bildungsarbeit.
Die Schule bietet ein breites Spektrum an Lernmöglichkeiten, die weit über den regulären Unterricht hinausgehen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung der individuellen Fähigkeiten und Talente der Schüler*innen. Dabei setzt die Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule auf moderne Unterrichtsmethoden und fördert aktiv das soziale Miteinander.
Neben den klassischen Unterrichtsfächern bietet die Schule zahlreiche AGs und Projekte an, die den Schüler*innen ermöglichen, ihre Interessen in Bereichen wie Kunst, Musik, Sport oder Naturwissenschaften zu vertiefen. Besonders hervorzuheben ist das Engagement der Schule in den Bereichen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Projekte und Aktionen, die ein Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen schaffen, sind fest im Schulalltag verankert.
Die Schulgemeinschaft legt großen Wert auf ein respektvolles und unterstützendes Miteinander. Dies zeigt sich auch in den regelmäßig stattfindenden Schulfesten und gemeinsamen Aktivitäten, die den Zusammenhalt stärken und die Zusammenarbeit zwischen Schüler*innen, Lehrkräften und Eltern fördern.
Die Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Raum, in dem Kinder ihre Persönlichkeit entwickeln und Werte wie Respekt, Toleranz und Verantwortung erleben und verinnerlichen können. Sie bietet eine solide Grundlage für die weitere schulische und persönliche Entwicklung der Schüler*innen und bereitet sie darauf vor, verantwortungsbewusste und aktive Mitglieder der Gesellschaft zu werden.
Beim Filmprojekt werden die 20 Schülerinnen von ihrer Klassenlehrerin Norina De Leyn sowie von dem Kunstlehrer Thomas Hesse unterstützt. Der außerschulische künstlerische Input wird von dem Künstlerinnen-Duo Mehrad Sepahnia und Atefeh Kheirabadi gegeben.
Künstler*innenportrait
Atefeh Kheirabadi und Mehrad Sepahnia sind ein dynamisches Filmemacher*innen-Duo, das in der experimentellen Filmszene arbeitet und für seine kreativen und mutigen Projekte bekannt ist. Als Team realisieren sie individuelle Projekte und entwickeln gemeinsam Filme, Ausstellungen und interaktive Filmprojekte, die sie in Schulen, Museen und kulturellen Institutionen durchführen. Ihr Schaffen bewegt sich zwischen Realität und Illusion, wobei sie die Rollen tauschen und immer wieder neue Perspektiven auf ihre Arbeit gewinnen.
Atefeh Kheirabadi wurde 1990 in Teheran geboren und ist eine iranisch-deutsche Filmemacherin, die mit einem mutigen Blick auf zeitgenössische Themen, insbesondere das Frausein, ihre Filme gestaltet. Sie begann ihre Karriere im Alter von 21 Jahren in Teheran gemeinsam mit Mehrad Sepahnia und hat sich seitdem auf die Produktion von Low-Budget-Filmen spezialisiert. Atefeh hat einen Bachelor-Abschluss in Sozialkommunikation von der Universität Teheran und einen Master-Abschluss in Medienwissenschaften mit Schwerpunkt Film aus Berlin.
Mehrad Sepahnia, geboren 1986 in Teheran, ist ein iranisch-deutscher Filmemacher, der in seiner Kunst stets das Thema Widerstand betont. Für ihn ist Widerstand ein zentraler Bestandteil seines künstlerischen Schaffens. Bereits mit 22 Jahren begann er in Iran mit der Produktion von Low-Budget-Filmen, die international Anerkennung fanden. Mehrad hat in Berlin Film mit den Schwerpunkten Bild und Ton studiert und bisher 14 Kurzfilme realisiert.
Gemeinsam erkunden Mehrad und Atefeh die Grenzen des Films und schaffen Werke, die nicht nur visuell beeindruckend, sondern auch inhaltlich tiefgründig und herausfordernd sind. Ihre Arbeit reflektiert sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Themen, die sie mit einer einzigartigen künstlerischen Vision umsetzen.
Schools of Sustainability: Konzeptskizze und Verlauf
Erste Konzeptskizze der Projektarbeit an der Dietrich Bonhoeffer Grundschule
“Die Haut ist die Membran, die den menschlichen Körper nach außen abgrenzt und schützt. Als äußerstes Organ ist sie aber weitaus mehr als eine Barriere gegen Umwelteinflüsse: Durch sie stehen die Menschen mit ihrer Umwelt in Verbindung und können ihre Umgebung wahrnehmen. Die Schüler*innen erforschen in diesem Projekt mit Atefeh Kheirabadi und Mehrad Sepahnia die Haut als ein vielschichtiges Phänomen: Als lebendiges Archiv, das Erfahrungen speichert und Spuren der Geschichte behält; als Medium der Resilienz und des Widerstands; als fließende Grenze, durch die Personen permanent mit ihrer Umwelt interagieren. Ob sich jemand „dünnhäutig“ fühlt, auf etwas mit „Gänsehaut“ reagiert oder eine „dicke Haut entwickelt“ – die Haut von Menschen, anderen Lebewesen und Pflanzen dient als Inspiration für Resilienz-, Widerstands- und Care-Praktiken, die hier mit künstlerischen Mitteln erforscht werden. Es wird gezeichnet, fotografiert, gefilmt sowie mit Ton und Bild experimentiert.“
Verlauf des Projekts
Diese Konzeptskizze zu dem Projekt entstand im Herbst 2023. Im Haus der Kulturen der Welt begegneten sich im Oktober 2023 die Schüler*innen, Künstler*innen und Lehrkräfte zum ersten Mal. Im Anschluss an kurze Workshopeinheiten bildeten sich Arbeitsteams. Die Künstler*innen besuchten die Klasse dann im Dezember (07.12.2023) in der Schule, wo sie sich besser kennenlernen und im Unterricht “Gefühle” und “Kameraeinstellungen” thematisierten. Gemeinsam unternahmen sie eine Exkursion in den Park. Dort näherte sich die Klasse praktisch (d.h. fotografisch) an Kameraperspektiven an. Außerdem setzten sie sich intensiv mit dem Thema “Haut” auseinander, wie die Konzeptskizze es vorsieht.
Am 23. März 2024 trafen sich die Beteiligten, also die Künstler*innen mit der Klasse 5a und den Lehrkräften, in der Ausstellung “Closer to Nature” in der Berlinischen Galerie wieder. Dort erforschten und ertasteten sie die Texturen von Pilzen und Haut. Die Eindrücke und Ergebnisse wurden teils zeichnerisch, teils malerisch auf Papier festgehalten. So entstand Material, das später beim Dreh der Stop-Motion-Filme in Form von Hintergründen oder Requisiten verwendet werden konnte.
Die Schulklasse machte mit den Lehrer*innen und Künstler*innen einen Ausflug zu den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR). Inspiriert von diesem Ausflug fertigten die Schüler*innen Zeichnungen von Figuren und Charakteren sowie Comics an. Am 29. Mai 2024 wurde die Umsetzung des Projektes weiterentwickelt und konkret geplant. Es folgte am 20. Juni 2024 ein Projekttag, an dem die Schüler*innen ihre Ideen konkretisierten, sich mit technischen Möglichkeiten des Films auseinandersetzten und in Gruppen die Storyboards für ihre Stop-Motion-Filme zeichneten.
Die Projektwoche, in der die Stop-Motion-Filme fertiggestellt wurden, fand zwischen dem 1.bis zum 4. Juli 2024 statt. Die Schüler*innen arbeitetn in fünf Gruppen an Bild- und Tonmaterial und zeichneten Filmplakate zur Präsentation der Ergebnisse. Die Künstler*innen begleiteten die Trickfilmarbeit, zeigten filmische Möglichkeiten auf und unterstützten bei technischen Fragen. Am Ende wurden die Filme in der Klasse präsentiert. Nun war d ie kreative Arbeit der Schüler*innen an den Filmen beendet.
In der folgenden Zeit nahmen die Künstler*innen letzte Anpassungen an den Filmen vor, wobei diese die Feinheiten in der Synchronisation und im Schnitt betreffen.
Die Projektbeteiligten trafen sich nach den Schulferien wieder in der Schule, um die endgültige Präsentation des Projektes im Haus der Kulturen der Welt zu planen, die im September 2024 stattfindet.
Rückblick
Im Laufe der Umsetzung des Projekts wurde eine Distanzierung von den Inhalten der ursprünglichen Konzeptskizze erkennbar. Nach der Betrachtung der entstandenen Animationsfilme wirken die Bezüge zu den Themen “Haut” und “Klima” eher lose. Die begleitende Künstlerin Atefeh Kheirabadi äußerte sich zu diesem Eindruck: Das Team habe den Kindern den entsprechenden Freiraum zur Entfaltung lassen und sie nicht in eine bestimmte Richtung zwingen wollen. Stattdessen seien in den Stop-Motion-Filmen Themen aus der Lebensrealität der Schüler*innen präsent.
In Kurz-Interviews der Studierenden mit einzelnen Kindern haben wir uns nach dem Klima-oder Hautbezug in den einzelnen Filmen erkundigt. Es zeigen sich Unterschiede zwischen den Arbeitsgruppen. “Battle of Waste” und “Dieter recycelt” weisen eine klare Verbindung zu dem Besuch bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) auf. Im ersten Film finden sich positive Anspielungen auf Mülltrennung. Es wird eine Kampfszene inszeniert, in der ein böses “Müllmonster” besiegt werden muss. In “Dieter recycelt” wird Recycling als gemeinschaftliche Tätigkeit zur Verbesserung der Umwelt dargestellt und als Grundlage für Neues. Auch wenn in dem Film “Allein” der Bezug zu den Projektthemen subtil ist, wurde im Interview von den beteiligten Schüler*innen erklärt, dass dort Weltraumschrott zu einer Rakete verarbeitet wird, die der Freundschaft dient.
Die Gruppe “Takizium” hat sich in ihrer Story stark vom rahmenden Vorhaben der Klimabildung entfernt. Die Takis-Figuren stellen jedoch eine sinnstiftende Verbindung zur Haut-Thematik her. Die Schüler*innen erläuterten, dass alles, was die namensgebende scharfe Nascherei (Takis) ausmacht, auf der Zunge, also auf der Haut passiert.
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